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Internship Mostar / Bosnia and Herzegovina 2009

19. August 2009

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Die Anfänge

Die Anfänge liegen in Kroatien kurz nach dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Wie in jedem Krieg, wurden auch in diesem tausende Häuser, Schulen, öffentliche Einrichtungen, allgemein gesagt die Infrastruktur, zerstört. Es gab tausende Flüchtlinge, die jetzt, da ihre Häuser zerstört waren, nicht mehr in ihre Dörfer und Städte zurückkehren konnten. Deswegen wurde probiert, Flüchtlinge und Vertriebene in den vielen Hotels an der kroatischen Küste unter zu bringen. Doch dieser Zustand konnte nicht ewig andauern und man beschloss mit internationaler Hilfe den infrastrukturellen Wiederaufbau in Kroatien.

Die erste Phase war der Wiederaufbau der zerstörten Dörfer und Siedlungen, damit die Menschen dorthin zurückkehren konnte um ihrem alltäglichen Leben und Aufgaben nachzugehen. Swiss Humanitarian Aid (SHA) kümmerte sich damals um den Aufbau. Unterstützt, vor allem finanziell, wurde SHA von der United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) und der ODPA (Development Policy Analysis). Es sollte ein neues Leben ermöglicht werden.

Die zweite Phase bestand darin, Schulen wieder aufzubauen. Also den Bildungssektor mit Hilfe von Grundschulen zu gewährleisten.

In Bosnien und Herzegovina wurde ein ähnliches System probiert. Dazu kam, dass kaum eine Rechtsstaatlichkeit vorhanden war, sodass hier der Aufbau von Gerichtsgebäuden primär war. Anschließend kümmerte man sich ebenfalls um die Rückkehr der Flüchtlinge. Es wurden Häuser gebaut, vor allem mit der finanziellen Unterstützung durch UNHCR und der Schweizer Regierung.

Die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie die Implementierung von Institutionen war in Bosnien und Herzegovina aber nicht so einfach wie in Kroatien. Das lag/liegt vor allem an den vorhanden drei Ethnien Kroaten, Serben und Bosniaken. Im Krieg kämpften im wesentlichen Kroaten und Bosniaken gegen die serbische Armee, wobei nicht nur die Serben sondern auch die Kroaten ein Stück von BiH haben wollten. Prinzipiell ging es lediglich um Landeroberung.

Nach dem Sieg der Amerikaner und der NATO (North Atlantic Treaty Organisation) über die serbische Armee, kam es zu Überlegungen was mit dem Gebiet BiH passieren sollte. Im Dayton Abkommen von 1995/96 wurde BiH nach seinen Ethnien in die Föderation und die Republik Srpska (Serbische Republik) geteilt.

Das Problem war, dass beide Seiten eigentlich als Siege darstehen wollten, um ihr Gesicht zu wahren, sodass das ursprüngliche Ziel, nämlich die Landeroberung indirekt doch von den beiden Parteien erreicht wurde. Denn BiH wurde in die Bosniakisch-kroatische Förderation und die Republika Srpska beteilt.

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Wesentliche Punkte des Dayton Abkommen waren:

  • Bosnien und Herzegowina, das sich 1992 für unabhängig von Jugoslawien erklärt hatte, bleibt als souveräner und ungeteilter Staat in den international anerkannten Grenzen bestehen.
  • Sarajevo bleibt Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina.
  • Bosnien und Herzegowina wird von Kroatien und von der Bundesrepublik Jugoslawien anerkannt.
  • Bosnien und Herzegowina, so der neue Name, setzt sich aus zwei Teilrepubliken (Entitäten) zusammen: der Republika Srpska (Serbische Republik) mit 49 % und der (bosniakisch-kroatischen) Föderation von Bosnien und Herzegowina mit 51 % des Territoriums.
  • Über die Zugehörigkeit des Brčko-Distrikts zu einer der beiden Teilrepubliken sollte erst später entschieden werden. (In der Zwischenzeit ist diese Entscheidung dahingehend gefallen, dass Brčko ein Kondominium zwischen beiden Teilrepubliken ist, tatsächlich untersteht der Distrikt jedoch der Zentralregierung bei lokaler Selbstverwaltung.)

Interessant ist nun, dass BiH zwar als eigenständiges Land anerkannt, es aber dennoch nach den Ethnien getrennt wurde, sodass eine gewisse Sympathie der Republik mit Serbien und der Föderation mit Kroatien vorlag.

Das die Ethnien damals feindselig gegeneinander standen, kann man vor allem gut anhand der Geldscheine sehen. So gab es über die jeweiligen Personenbilder auf den Scheinen Uneinigkeiten, in deren Folge man sich auf einen Kompromiss einigte: Zum einen wurden Geldscheine mit serbischen Persönlichkeiten gedruckt, zum anderen Geldscheine mit kroatischen bzw. bosnischen Persönlichkeiten. Glücklicherweise ist das Bild heutzutage aber vollkommen egal. Bereits ein, spätestens zwei Jahre nach Einführung war die Persönlichkeit nicht mehr wichtig und alle akzeptierten jeden Schein.

From → Allgemein

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