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Marokko 14.04.08

14. April 2008

Es ist nun knapp eine Woche seit der Ankunft in Rabat vergangen. Bisher kann ich im großen und ganzen nur sagen, dass alles erstaunlich gut läuft. Sicher waren die ersten 2, 3 Tage ganz anders im Verhältnis zu Europa oder Deutschland. Aber das war ja zu erwarten. Und die Umstände sind irgendwie auch nicht schlechter. Einfach nur anders, interessant anders.
Ich kam Freitag Abend gegen 19.30 Uhr örtlicher Zeit an. Das ist 21.30 Uhr in Deutschland. Der Flughafen in Rabat ist eigentlich nicht wirklich das was man einen Flughafen nennen kann. Eine kleine Landebahn, ein kleines Gebäude, drei Zollhäuschen, 1 Gepäckbahn und das Flugzeug hält keine 25 Meter weg von den Zollhäuschen.
Bleibt man maximal 3 Monate oder eben 90 Tage im Königreich Marokko, so muss man lediglich einen kleinen Visazettel mit Name, Passnummer und so weiter ausfüllen. Dasselbe wie es in Thailand war. Die einzige kleine Sache die hier passierte war, dass eben auch nach der Adresse wo man in Rabat unterkommt fragt. Und woher soll ich das wissen? Ich war ja noch nie zuvor in Rabat oder wusste die Adresse meiner Gastfamilie. Ganz zu schweigen von einer Orientierung. Wie auch immer, nach einem kurzen hin und her gab sich die Dame im Zollhäuschen mit der Projects Abroad Anschrift, die einzige die ich hatte, zufrieden.
Das mit dem Abholen funktionierte problemlos, genauso wie die Sache mit dem großen Gepäck.

Rabat wächst mittlerweile mit dem größeren Ort Salle zusammen. Sie sind quasi eins. Rabat mit rund 500 bis 600 tausend und Salle mit circa einer Millionen Einwohner.

Je näher man am Äquator ist, desto früher wird es dunkel und umso früher geht die Sonne wieder auf. Das heißt für Rabat, dass es um rund 18 Uhr örtlicher Zeit (20 Uhr Deutschland) bereits recht dunkel ist. Gegen fünf Uhr geht die Sonne wieder auf.
Insofern konnte ich am Freitag noch nicht allzu viel von Rabat erkennen. Nur das es sehr wie Istanbul aussah – bisher. Das heißt im konkreten, dass der Verkehr ein pures Desaster ist. Im Prinzip gibt es hier auch keine wirklichen Verkehrsregeln. Das einzige was sie haben sind Ampeln, und nachts hält sich beispielsweise auch kein Schwein daran. Im Prinzip gibt es auch Bahnbegrenzungen, aber schlussendlich fährt jeder wie er will. Das Verkehrsproblem hängt übrigens auch mit den vielen Menschen in Rabat zusammen, die verkrüppelte Beine haben. Denn der Verkehr ist bei weitem nicht so dicht wie in Istanbul. Es ist schon was los, aber es reicht um das Auto immer mal wieder auf 60, 70, 80 oder gar 90 km/h zu beschleunigen. Auch wenn es eigentlich eine einheitliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 beziehungsweise 50 km/h gibt. Dadurch sind eventuelle Unfälle auch viel schlimmer.
Natürlich wird auch immer gehupt, wenn man beispielsweise einen Zebrastreifen ( oh ja, das ist neben den Ampeln das andere was sie haben) überqueren will. Die Autofahrer scheuen auch nicht davor zurück, einfach auf dich zu zufahren. Im Normalfall funktioniert die Taktik, denn gegen ein Auto ist man leider machtlos.
Von Zeit zu Zeit sieht man aber auch Straßenpolizisten den Verkehr regeln. Das geht dann solange gut, wie die Autos in der nähe der Polizisten sind – denn da fahren sie schön brav.
Die wichtigsten Verkehrsmittel in Rabat sind die Busse, die grand Taxis und die petit Taxis. Die Busse kosten 4 Dirham (etwa 35 bis 40 Eurocent), egal wohin man will. Das Problem ist nur, sie sind relativ langsam und nicht pünktlich und oft überfüllt. Aber sie sind dennoch bisher mein liebstes Fortbewegungsmittel, da man wenigstens aus dem Fenster schauen kann.
Die grand und petit Taxis kosten auch jeweils 4 Dirham. Außer nachts, da werden dann die Zähleruhren eingeschaltet. Sie sind relativ schnell und bringen einen recht zuverlässig an alle wichtigen großen Knotenpunkte. Sie fahren keine direkten Ziele an. Ich glaube auch nicht, dass die meisten Fahrer wirklich kleinere Straßen kennen. Aber eben die großen Punkte wie das Bab Shella. Eine großes Tor das den wichtigsten Eingang zur Medina (Altstadt) bildet wo ich wohne.
Das hört sich jetzt besser an als die Busse, das Problem ist nur, die großen Taxis transportieren 6 Passagiere, die kleinen drei. Die kleinen Taxis sind Fiat Puntos. Das geht noch recht gut mit drei Passagieren. Die großen Taxis sind uralte 80iger Jahre Mercedesse, deren Sitzbänke nicht wirklich größer sind als die eines Fiat Puntos. Also werden zwei Passagiere auf den Frontsitz platziert und vier auf der Rückbank. Das ist ein Gequetsche. Zwar irgendwie lustig, aber nicht wirklich entspannend. Aber das größere Problem ist mehr, dass die Taxis immer nur ein Ziel anfahren. Das heißt, zum einen das du immer warten musst bis die Taxis wirklich voll sind und das alle anderen Passagiere dasselbe Ziel haben müssen wie du – oder du wie sie. Mitunter ist da der Bus schneller. Manchmal ist das wirklich eine mühselige Rumfragerei. Naja, bisher bevorzuge ich Busse.

From → Marokko 2008

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