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Stell dir vor, morgen ist…

8. September 2007

Stell dir vor, morgen ist Krieg

Das gesamte Land ruft Sieg!

Stell dir vor, es wehn die Fahnen

Nichts nutzt mehr das leise mahnen


Alle Menschen auf der Straße

Rasend in der Kriegsekstase

In tiefer Nacht, im Sternenlicht

Oh, wie ist man d’rauf erpicht


Die ries’gen Öfen anzufeuern

Und den Stahl blitzblank zu scheuern

Alle wirbelt, tanzt und singt

Wie romantisch das auch klingt


Hammerschlag und Höllenhitze

Fertig ist die Kriegshaubitze

Dicker dunkler Schornsteinrauch

Alles alles Menschenbrauch!


Und so geht’s die ganze Nacht

Niemand der daraus erwacht

Jeder schuftet wie in Trance

Wünscht sich nebenher Bonne Chance


Rollt erst mal das Kampfgerät

Ist’s bereits auch schon zu spät

Unaufhaltbar dieser Drang

Alles alles Menschenzwang


Ungeduldig sind die Leute

Wittern ihre Kampfesbeute

Jubelschreie, Fanfaren klingen

Auf! Auf! Den Feind bezwingen


Tage, Monate und Jahre später

Die blutrote Sonne hängt am Äther

– noch immer ist es nicht vorbei

Mit dem ganzen Kriegsgeschrei


Oh, man wird es ewig spielen,

Das Lied wo ungezählte Opfer fielen

Das Pferd der Zeit trägt uns voran

Und wir fangen von vorne an

From → Gedichte

3 Kommentare
  1. Jan* permalink

    Sehr gut geschrieben, krasse Worte sind da drin auf die ich nie gekommen wäre.
    Aber du musst mir unbedingt sagen was genau du mit dem Gedicht meinst… aufgrund meiner mangelnden Allgemeinbildung wieß ich das leider nicht..:/

  2. Jan* permalink

    Ach ja… der Beginn deines gedichts erinnert mich an ein berühmtes Zitat: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!“
    Irgendwie toll. Sowohl das Zitat als auch die Vorstellung! Wobei der Rest des dazugehörigen Gedichts nicht sooo befriedigend ist. Finde ich.

  3. Genau auf dieses Zitat ist es auch bezogen. Ich weiß allerdings ehrlich gesagt nicht, von wem es ist. Das gibt es ja auch in sehr vielen Variationen.
    Das Gedicht ist deswegen nicht befriedigend, weil es immer so sein wird. Es wird keine Welt ohne Kriege und Konflikte geben, genauso wenig wie es eine Welt ohne Atomwaffen o.ä. geben wird, wie von Obama angestrebt. Das sind alles nette Vorstellungen, doch bleiben sie Utopien (wobei nach solchen Utopien zu streben grundlegend richtig ist, denke ich. Es ist ein bisschen Don Quichote und ein bisschen Sisyphos).
    Angelegt ist es auf die Kriegseuphorie beim 1 Weltkrieg. Der erste moderne Krieg auch (Stahl, HAubitze usw. außerdem hat sichs gereimt ;)) Aber wie gesagt, wird das Prinzip leider wohl immer gelten.

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