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Phom Penh / Saigon bis 16.07.07

16. Juli 2007

Ok hey zusammen

nach knapp 1 Woche also wieder eine email. Mittlerweile bin ich gut in Saigon angekommen und eigentlich ist die Zeit hier auch schon wieder vorbei. Morgen frueh startet die laengste FAhrt, 50 Stunden fuer rund 1800 Kilometer an der vietnamesischen Kueste entlang, nach Hanoi hoch. Also aus dem Sueden ganz hoch in den noerdlichen Teil Vietnams. Dann bleiben also noch gute 3 Tage fuer HAnoi. Am Sonntag geht dann schon wieder das Flugzeug nach Bangkok zurueck.

Aber zunaechst noch zu Kambodscha, denn ich war noch 4 Tage in Phnom Penh, der kambodschanischen Hauptstadt. Allerdings kann ich nicht wesentlich viel dazu sagen, denn 3 von diesen 4 Tagen war ich krank, Magenverstimmung, und auch kulturell hats nicht wirklich viel zu bieten. Es gibt ein paar Denkmaeler, die grosse Nationalbibliothek und den Koenigspalast. Wie schon erzaehlt sind Thailand wie auch Kambodscha im Grunde Koenigreiche, zumindest lieben und verehren sie alle ihren Koenig. Wieso nur frag ich mich? Denn zumindest in Kambodscha liegt dr ganze Reichtum offenbar allein im Koenigspalast. Nichts anderes bekommt anscheinend etwas davon ab, denn Phom Penh ist nicht wirklich so wie Bangkok o. andere HAuptstaedte. Im Gegenteil, die Infrastruktur ist recht schlecht, es gibt nur schlechte Strassen, es ist enorm schmutzig und viele Menschen scheinen aermer zu sein als in SIem Reap. Zumindest ist die Anzahl von Bettlern etc deutlich hoeher. Bettler und Hilfsbeduerftige bekommen in Kambodscha uebrigens keine staatliche Hilfe. Das mag auch erklaeren warum es in Thailand keine Bettler gibt bzw nur wenige und in KAmbodscha relativ viele. Troztdem verehren sie alle ihr Koenigshaus und ueberall haengen Plakate und sind kleine Schreine eingerichtet.

Der gesamte Reichtum scheint sich also auf den Koenigspalast zu legen. Der ist natuerlich dementsprechend wirklich praechtig. Es ist ein sehr grosses Areal, zum ersten mal etwas wo es auch eine Art PArk gibt. Gruen ist sonst erstaunlicherweise wenig zu finden in Phom Penh. Ueberall gibt es Gold, Silber und Jade in Massen in dem Palast. Dazu einen etwa 100 mal 70 cm grossen Smaragdbuddha. Ich vermute aber das es JAde ist. Lustigerweise darf man aber kaum etwas fotografieren bzw ueberhaupt ansehen. Bestimmt 5 mal stand eine grosses Schild „Zone Interdit“ vor mir. Ach, wahrscheinlich oefters. Von allem was ausgestellt war durfte man auch keine Fotos machen, aber dafuer 15 DOllar fuers Ticket verlangen🙂. Es war troztdem auf jeden Fall ein Blick wert.

Ich habe noch vergessen zu erwaehnen das es in Phom Penh gigantische Maerkte gibt wo man wirklich alles bekommen kann. Vorzugsweise natuerlich gefaelschte MArkenartikel, also die Rolex fuer 10 Dollar. Also Uhren ist ein sehr grosser Teil. Dazu kommen andere gefaelschte Artikel wie Schuhe, Taschen, Rucksaecke, PArfums usw. Dann undendlich viele Haushaltswarenartikel, Gemuese und Fleisch, sehr sehr viel Schmuck, wobei 95% davon schrecklicher Kitsch ist. Toll sind natuerlich die vielen Stoffe. Sehr viel Seide natuerlich. Schals, Tischdecken, Rohseide, Tuecher usw usw. Alles sehr farbenfroh, alles nicht besonders teuer, denn billig ist Kambodscha auf alle Faelle. Das billigste LAnd bisher. Thailand ist denk ich am teuersten, aber vergleichsweise immer noch billig, Vietnam ist aehnlich“teuer“ wie Thailand. Thailand ist bei Waren etwa halb so teuer wie bei uns, Es kommt natuerlich darauf an ob man importierte Artikel will oder nicht. Kambodscha ist eta 2/3 von den thailaendischen Preisen und Vietnam etwa 80% vielleicht von den thailaendischen um mal einen Vergleich zu haben. Um ganz konkret zu sein, die 1,5 Liter Cola Flasche kostet in Vietnam durschnittlich 12000 DOng. 16000 Dong sind 1 Dollar, macht also etwa 70 EuroCent fuer 1 Flasche Cola. Fuer 20 bis 40 000 Dong bekommt man ein gutes Mittagessen.

Naja, zurueck zu Phom Penh. Ich muss sagen das mir SIem Reap deutlich besser gefallen hat, mag auch am Kranksein liegen, aber auch athmosphaerisch war es einfach irgendwie besser. Es ist schwer zu beschreiben. Zusammenfassend war KAmbodscha auf jeden FAll einen Blick wert und es hat sich sicherlich gelohnt. Nicht immer war es schoen, aber sehr sehr interessant.Es koennte aber weit mehr aus sich machen.

Es ging dann also letzten Freitag weiter nach Saigon. DIe Fahrt ging weit schneller als gedacht, 6 Stunden. Dabei kann man auf jeden Fall eine Sachen erwaehnen. WIr koennen froh sein das wir sowas wie die EU haben und nicht 1, 5 Stunden am ZOll verbringen duerfen und freundlich laecheln duerfen waehrend man wieder 1 oder 2 Dollar fuer irgendwas unsinniges was niemand braucht dem Zollbeamten hinstreckt. Eigentlich verstehen sich Kambodschaner und Vietnamesen gut. In Phom Penh gibts sogar ein Freundschaftsdenkmal. Aber die ZOllkontrollen sind der Horror. 5 mal Ausweiskontrolle mindestens, 2 mal irgendwelche EInreisepapiere schreiben, obwohl man den ganzen Scheiss schon beim Visaantrag gemacht hat und die Details sowieso schon in irgendeiner Datenbank gespeichert sind. Trotzdem also nochmal und nochmal. Dazu kommen die staendigen Gepaeckdurchleuchtungen und wie erwaehnt das dauernde bezahlen von 1 Dollar. Z.B. der Gesundsheitscheck. Was sowieso eifnach nur der totale Witz ist. MAn bekommt einen Zettel in die HAnd gedrueckt. Darauf sind ein paar Krankheiten aufgezaehlt. Unten drunter sind zwei KAestchen. Darueber steht die Frage: HAben sie irgendeine der oben aufgezaehlten Krankheiten? Ja/Nein. Abgesehen davon dass es absolut unspezifisch ist, wird denk ich kaum jemand zugeben falls er eine schlimme Krankheit hat und aber die Grenze ueberqueren will. Das GAnze kostet 1 Dollar und Zeit. Weiterhin muss man 1 Dollar bei der Verzollung zahlen auch wenn man gar nichts zu verzollen hat usw..🙂 Aber insgesamt ist es das wirklich eine interessante Erfahrung gewesen und ich wuerds jeder Zeit wieder machen. Im Nachhinein lacht man darueber. Also, man kann viel gegen die EU sagen, aber gewisse Vorteile hat sie auf jeden Fall und ich denke wir wissen das oft gar nicht mehr zu schaetzen weil wir schon zu sehr daran gewoehnt sind.

Daraufhin war also Vietnam und nicht mehr Kambodscha. LAndschaftlich unterscheidet sich zumindest der Sueden Vietnams nicht von KAmbodscha. Dieselben Bilder: Reisfeld, Reisfeld mit Wasserbueffel, Holzhuette, Holzheutte, Reisfeld, Reisfeld mit Bauern bei der Reisernte, im Hintergrund Wasserbueffel, Kuehe die die Strasse ueberqueren wollen aber nur lautstark angehupt werden, Holzhuette, Resifeld, Kiosk, Holshuette, Mopedwerkstatt, Reisfeld usw usw.. Allerdings sind die Strassen betoniert. Und die Bauern, wie aber auch viele Menschen in er Stadt, tragen die typischen Strohhuete die man immer auf den Postkarten und im Fernsehn sieht. Man bekommt sie fuer knapp 1 Dollar. Aber irgendwie merkte man schon hier, dass die Athmosphaere anders ist, besser ist.

Vietnam ist sozialistisch strukturiert. Spaetestens wenn man die Plastikscheine, den Dong, genauer betrachtet hat, ist das klar. Von jedem dieser Plastikscheine, und davon gibt es viele, laechelt ein gluecklich schauender Ho Chi Minh einem entgegen. Und zwar wirklich von jedem Plastikschein. Egal ob 1000 DOng oder 100 000 DOng. Das Motiv ist immer dasselbe, lediglich die Farbe und Groesse unterscheidet die Scheine. Dazu kommt, dass in Saigon an jedem Staatsgebauede (das sowieso schon Ho CHi Minh das, und Ho Chi Minh jenes, oder offizielles Ho Chi Minh Buero fuer blablabla heisst) die sozialistische Flagge haengt. Gelber Stern auf roten Hintergrund.

Boese Zungen meinen aber, dass das nur oberflaechlich so waere und von der HAuptstadt vorgeschrieben. Das merkt man vielleicht auch daran, dass Ho Chi Minh Stadt, so der Name wie die Hauptstadt ihn will, langsam aber sicher eher wieder Saigon genannt wird. Ich persoenlich finde Saigon schoener.

Saigon hat etwa 7 Millionen EInwohner und 4 1/2 Millionen Mopeds und Mofas. Das ist kein Scherz und steht so im Reisefuehrer. Auch die Vietnamesen selbst sagen das. Es gibt also hunderte, tausende von nervigen, lauten und stinkenden Mopeds. Der Strassenverkehr ist scheinbar besser organisiert. Es gibt jetzt sogar Strassenbegrenzungen, mehr Strassenschilder, gekennzeichnete Doppelspuren und Zebrastreifen. Westliche Merkmale die man adaptiert hat, an die sich aber niemand haelt🙂. Ok, an rote Ampeln wird sich weitestgehende gehalten, aber nur deswegen, weil die Lebensgefahr zu gross ist. Saigon verzeichnet jedes Jahr 12 000 Verkehrstote. Man wird relativ viele westliche Merkmale finden. FAstfoodketten z.b.. Viel Elekronikindustrie hat sich hier angesiedelt. Samsung, Canon, Toshiba usw. ABer ansonsten ist es natuerlich schon touristisch ausgelegt. Es gibt auch sehr viele Touristen hier. In den kleinen Strassen stehen teilweise 1 Souvenirshop nach dem anderen. Dazwischen immer mal wieder eine der vielen GArrkuechen oder eine Kneipe oder eine Art Disco. Denn davon gibt es auch sehr sehr viele. Sehr viele Restaurants und Kneipen findet man sowieso in ganz Saigon. Was auch auffaellig ist, ist das die Menschen sehr freundlich sind. NAtuerlich sind die TukTukfahrer wie ueberall, aber der REst ist groestenteils enorm hilfsbereit und freundlich.

Saigon ist auch relativ sauber. NAtuerlich wird es immer noch Umweltprobleme haben, aber vergleichsweise ist es wirklich sauber, und trotz der ueber 4 Millionen Mopeds wirkt das Chaos irgendwie ordentlich. Es klingt paradox aber irgendwie haengt das alles an einem grossen Flair.

Kulturell hat auch Saigon leider nicht wahnsinnig viel zu bieten. Heute war ich im botanischen und zoologischen GArten, aber der ist relativ klein,. NAch 3 Stunden war ich fertig. Es gibt eine alte Kirche, 2, 3 buddhistische Tempel, das unvermeidliche Ho CHi Minh Museum natuerlich, genauso wie das unvermeidliche Kriegsmuseum und Veteranenmuseum.

Doch was wirklich beeindruckend ist, ist das Mekong Delta das sich suedlich von Saigon ausbreitet und eigentlich die Zentrale Flaeche von Suedvietnam einnimmt. Das ist wirklich schoen. EIne Tour dorthin habe ich am Samstag unternommen, mit einer Bootsfahrt am Fluss entland in den Dschungel hinein. Es gibt viele kleine Inseln hier. 3 davon habe ich am Samstag besucht. Ich kann mich aber nur noch an den Namen von einer Insel, Unicorn Island, erinnern. Nichtsdestotrotz ist es landschaftlich wunderschoen. Sehr tropisch natuerlich, sehr viele Palmen. Kokosnusspalmen vor allem. Die Inseln sind nicht sehr gross und man kann sie ohne weiteres durchqueren. Kleine Doerfe ziehen sich dann entlang, daziwschen kleine gemuetliche Restaurants mit exotischen Fruechten, kleine Souvenirshops, dazwischen Imkern beim Bienepfegen zugucken, eine Python auf der Schulter tragen und in einem Familienbetrieb der Kokosnusssuessigkeiten herstellt kleine Kokosnusstoffees probieren, mit dem RAd zwischen den Palmen hindurch fahren.

Das Mekong Delta war einer der besten Tage bisher ueberhaupt.

Im grossen und ganzen war es das eigentlich. Wie bereits erwaehnt geht die Fahrt morgen auf die letzte Station zu.

Ich habe gehoert in Schopfheim ist es jetzt warm🙂. Nicht schlecht. Wurde auch Zeit das mal ein bisschen Sommer kommt.

Ok, ich wuensch euch weiterhin noch viel Spass, hoffe das es euch gut geht und bis in ein paar Tagen.

Viele Gruesse aus Saigon🙂

Korbi

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