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Arbeit und ungleiche Bezahlung

13. Juni 2007

Arbeit und ungleiche Bezahlung

 
Die freie wahl einer menschenwürdigen, angemessenen entlohnten Arbeit gehört im Primzip zu den Grundrechten. Doch obwohl die Welt heute so reich ist wie nie zuvor, haben sich im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts weltweit die Arbeitsbedingungen verschlechtert; die Ungleichheiten sind deutlich größer geworden.

Haben wir in Sachen Arbeit und Bezahlung tatsächlich so große Fortschritte gemacht wie wir des öfteren glauben?

Die Arbeit ist die Grundlage der Produktion, aber nicht jede Arbeit ist wirtschaftlich wirklich produktiv – siehe zum Beispiel Hausaufgaben. Als produktiv gilt daher letztlich nur die entlohnte Arbeit. Diese sollte es einer Familie ermöglichen ein anständiges und würdiges Leben zu führen – natürlich unter Berücksichtigung der von Ort zu Ort unterschiedlichen Verhältnisse (In Deutschland zum Beispiel der Ost-West Unterschied). In den vergangenen Jahrzehnten sind moderne Lohnarbeitsverhältnisse in weite Bereiche und Regionen vorgedrungen, wenn aber auch nicht in alle.

Zum einen gibt es nicht nur in ländlichen Gebieten noch immer Sklaverei, Zwangsarbeit und Schinderei. So arbeiten zum Beispiel im Nahen osten 1,2 Millionen Frauen als Haushilfen ohne jegliche Rechte, und in Osteuropa ist der Handel mit Frauen und deren sexuelle Ausbeutung erheblich gestiegen. Zum anderen sind laut der ILO weltweit etwa 1 Milliarde Menschen ( 1/3 der Erwerbsfähigen) entweder arbeitslos (160 Millionen) oder unterbeschäftigt (900 Millionen).

Das järhliche Einkommen der ärmeren 2,3 Milliarden Menschen (45% der Weltbevölkerung) entspricht zusammengenommen dem Gesamtprivatvermögen der 358 reichsten Menschen.

 In den entwickelten Ländern bestehen überwiegend geregelte moderne Lohnarbeitsverhältnisse. Hier zeigt sich seit den 1980er-Jahren ein drastischer Wandel in der Bewertung der Arbeitskraft. Die neoliberale Wirtschaftspolitik hat die Verteilung des geschaffenen Mehrwerts zu Ungunsten der Beschäftigten verlagert. Dadurch sind die Reallöhne entweder stagniert oder gesunken.

Darüberhinaus stehen seit den 80er Jahren auch einige hart erkämpfte Errungenschaften in Frage: Zum Beispiel der Kündigungsschutz, das öffentliche Gesundheitswesen, die Altervorsorge und andere weitere Sozialleistungen.

 Die Situation vieler Arbeiter verschlechtert sich, oft haben sie keine andere Wahl und müssen Teilzeitbeschäftigungen und befristete Arbeitsverträge akzeptieren. Die Arbeitgeber hingegen können auf individualisierte Karrierepläne setzen.

Diese für Arbeitnehmergruppen und manche Bevölkerungsschichten sehr nachteiligen Entwicklungen betreffen auch immer wieder zunächst Frauen.

Allgemein lässt sich wohl festhalten, dass der Mensch ein Recht af eine würdige, angemessene und vor allem entlohnte Arbeit hat. Dabei ist es ganz egal welcher Schicht, Religion, ethnischen Gruppe angehört, oder ob es Mann oder Frau ist.

Die Welt ist heute so reich wie nie zuvor, und wir hätten auch die Möglichkeiten Arbeitsbedinungen zu verbessern, soziale Ungleichheiten zu entschärfen und mehr Gleichheit bei Arbeit und Bezahlung zu entwickeln. Diese Probleme sind in den letzten 20 Jahren aber eher stärker geworden.

Insofern muss man wohl leider festhalten, dass nur ein Teil der Menschheit wirkliche Fortschritte gemacht hat. Der größte Teil hat noch immer mehr oder minder unzumutbare Arbeitsverhältnisse und bekommt oftmals einen nicht angemessenen Lohn, wenn nicht sogar einen Spottlohn. Wie es schon seit Menschengedenken ist, werden einige Menschen immer reicher und der größte Teil aber immer ärmer. Das liegt daran, dass dieser Teil der reichen Menschen, nach wie vor den weit größeren Teil der ärmeren Menschen ausbeutet, beziehungsweise nicht gut genug entlohnt und davon natürlich erheblich profitiert, sodass er seinen persönlichen Reichtum erweitern kann.

 

 

Copyright@K.Maerz 11.22 Uhr 13.06.07

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One Comment
  1. Erstmal Glückwunsch zum ersten gelungenen Blogeintrag!
    Klar, die Arbeitsbedingungen in China oder anderen Schwellenländern sind auf den ersten Blick erschreckend schlecht. Warum die Menschen dort diese Arbeit trotzdem tun erschließt sich erst, wenn man ansieht, wie sie zuvor gelebt haben. 12 Stunden in einer Fabrikhalle zu schuften wäre für mich als Bürohengst, wo Sehnenscheidenentzündung und Kaffeeverbrennung die einzige Gefahr darstellt, natürlich undenkbar. Hätte ich allerdings die Wahl, meine Nahrung auf irgendeinem Feld selber anzubauen und je nach Laune des Wetters und der Natur entweder unverkäufliche Überschüsse oder vernichtete Ernte durch Unwetter zu haben oder in einer trockenen Fabrik Happy-Meal-Spielzeug zusammenzustecken, würde ich wahrscheinlich letzteres nehmen und meine Nahrungsmittel im Supermarkt kaufen.
    Letztlich wird sich der Unterschied zwischen uns und den Schwellenländern aber nivellieren, da so wie bei uns vor 2 Jahrhunderten auch dort der Wunsch nach Freiheit, Sicherheit und Selbstbestimmung aufkommen wird. Beispiele, wo dies in viel kürzerer Zeit vollzogen wurde, sind Taiwan und Korea.

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