A Il Principe
Eine junge Demokratie wird sie genannt.
Viele Hürden galt es zu überwinden.
Millionen Menschen die mussten sich schinden,
Immer noch und weiter, sie bleiben unerkannt.
Über allem die Mauer, die schützende Hand,
Als verzierte Schönheit, die Taten scheinen
Grell und blendend, auf Hermes Götterbeinen,
Hinüber ins demokratische Abendland.
Auch der Rest der Welt wird wohlig warm gehalten
Mit Treibgut im Gepäck die Schlünde zu füllen,
Die Nimmersatten, wo Gestillte verwalten.
Il Principes Ideen und Gedankengut
Um in der Postmoderne zu verhüllen,
Des Eisenbetons jahrzehntelange Wut.
A la Fugitive
Aus ihren Köpfen und Herzen langsam weicht
Der uralte Schatz der menschlichen Mächte
Der letzte silberne Schimmer hinkend schleicht
Sich hinunter in tiefe Seelenschächte
Dort funkeln und leuchten, zart-dünne Blitze
Wahre menschliche Schönheit, Gebrechliche
Im Schatten der stählernen Lanzenspitze
Zu bleichem Nebel verkommen, Schwächliche
Nektarsüße Freudenblicke, sie weiden
Sich, Vergänglichste, an deinem bittren Tod
Der Mord, Treueste, lässt dich langsam leiden
Die Menschen schreiten über dich, o Bleiche
Achtlos hin, trotz kleiner Kostbarkeiten Not
Zurück, Flüchtige, bleibt nur deine Leiche
Le Monde
Qu’est-ce que le Monde, le Monde en tout Richesse
Qu’est-ce que le Monde, le Monde en tout l’Aisance
Seulement une Idée d’Esprits embrouillés
Seulement une Apparence vaniteuse et à l’Intérieur creuse
Un récipient des Rêves vides de toutes les Couleurs
L’Abattoir de la Rapacité, plein avec des Espaces sanglant
Une belle Maison au milieu des Ruines,
Dont Esclaves se servir seulement leurs-même
Dans notre Railleries infinie, c’est Ca que nous méritons,
C’est le salaire de tous nos Actes
Aller Esprit ! Toi, qui crains le Commerce, la Chimère des instincts
Regarde ! Au-dessus de la mer, de l’autre Côté, chez Espoir, de l’autre Côté, chez Amour
Plus vaste comme tous l’Eaux de tous les Mondes
Où rien de Douleur Terrestre ne doit être valable
Car pareille vérité Tu ne trouves pas ni dans la Guerre ni dans l’Argent
Ici, l’Artiste domine au-dessus de l’Héros
Es wurde gesprochen dereinst
Die Bücher müssen glühen
Und wenn du darüber weinst
Dann soll dir die Staatsmacht blühen
Denn die Staatsmacht die kennt genau
Den Hesse, den Brecht und Kafka
Wartet nur, ihr glaubt ihr seid schlau
Doch die Staatsmacht, ja die ist nah
So sollt ihr denn fröhlich brennen
Die Bücher, so werft sie hinauf
Die Autoren zu nennen
Verräter! nehmt den Tod in kauf
Schlagend und zischende Flammen
Ein Berg, gleich dem Himalaya
Wärmt euch die Herzen, die klammen
Ruhm, Ehre und Freiheit sind nah
Befreit die Herzen die klammen
Und füllt sie mit eisernem Mut
Alles verderbende Flammen
Die Glut, glaubt mir, die tut euch gut
So sprach dereinst ein kleiner Mann
Mit zackigen, stechenden Schritt
Und neben dem Kreuze den Kamm
Zu formen den pomadigen Schnitt
Auch der Schnurrbart saß immer korrekt
Kein Haar stand krumm, gar ungenau
Kein Haar das hätte geneckt
Ein gut patriotischer Bau
Es lauschten also die Massen
Der patriotischen Sau
Den Jud, den müssen wir schassen
Die Pomade, glaubt mir, macht schlau
Es lauschten also die Massen
Dem hässlich spuckenden Mund
Und fandens für gut zu hassen
Sie folgten der schwallenden Kund
Es glühten also die Berge
Und Hesse und Brecht und Kafka
fielen zum Opfer dem Zwerge
irgendwo im Himalaya
Die Scheinwelt
Was ist die Welt in all ihrem Reichtum
Was ist die Welt in all ihrem Wohl
Nur die Idee von wirren Geistern
Nur eitler Schein und innen hohl
Ein buntes Gefäß der leeren Träume
Das Schlachthaus der Habgier voll blutiger Räume
Ein schönes Haus inmitten Ruinen
Deren Sklaven nur sich selbst alleine dienen
Das ist’s was wir verdienen in unserem endlosen Hohn,
Das ist unser aller Taten Lohn
Komm du Geist der scheut den Kommerz den Wahn der Triebe
Schau übers Meer hinüber zur Hoffnung, hinüber zur Liebe
Weiter als all die Wasser aller Welten
Wo soll kein irdischer Schmerz mehr gelten
Denn solch’ Wahrheit findest du weder im Kriege noch im Geld.
Hier dominiert der Künstler über den Held
Stell dir vor, morgen ist Krieg
Das gesamte Land ruft Sieg!
Stell dir vor, es wehn die Fahnen
Nichts nutzt mehr das leise mahnen
Alle Menschen auf der Straße
Rasend in der Kriegsekstase
In tiefer Nacht, im Sternenlicht
Oh, wie ist man d’rauf erpicht
Die ries’gen Öfen anzufeuern
Und den Stahl blitzblank zu scheuern
Alle wirbelt, tanzt und singt
Wie romantisch das auch klingt
Hammerschlag und Höllenhitze
Fertig ist die Kriegshaubitze
Dicker dunkler Schornsteinrauch
Alles alles Menschenbrauch!
Und so geht’s die ganze Nacht
Niemand der daraus erwacht
Jeder schuftet wie in Trance
Wünscht sich nebenher Bonne Chance
Rollt erst mal das Kampfgerät
Ist’s bereits auch schon zu spät
Unaufhaltbar dieser Drang
Alles alles Menschenzwang
Ungeduldig sind die Leute
Wittern ihre Kampfesbeute
Jubelschreie, Fanfaren klingen
Auf! Auf! Den Feind bezwingen!
Tage, Monate und Jahre später
Die blutrote Sonne hängt am Äther
- noch immer ist es nicht vorbei
Mit dem ganzen Kriegsgeschrei
Oh, man wird es ewig spielen,
Das Lied wo ungezählte Opfer fielen
Das Pferd der Zeit trägt uns voran
Und wir fangen von vorne an
Der Fischer
Schwindend Schönheit, sing mir heute
Von der Wellen wagend Wogen
Welche sich errangen Beute
Und in dunkle Tiefen zogen
Sieh nur des Fischers Schifferkahn
Zwischen blauem Berg und Tälern
Gefangen in Gezeitenwahn
Und kein Flehen lässt ihn schmälern
Schwappt zum Bug, dann Schnappt das Segel
Bricht den Mast gleich knorrig Zweigen
Unter Deck hebt sich der Pegel
Und Poseidon lobt den Reigen
Trident links, die Gischt schäumt leckend
Übers Holz, das Schiff muss sinken
Trident rechts, die Tiefe schmeckend
Unser Fischer wird ertrinken
Schon fassen die kalten Massen
Dieses Opfer für die Meere
Noch will er den Gott nicht hassen
Und er setzt sich doch zu Wehre
Schluckt das Salz und ringt zum Ende
Schon sind aller Lungen Tage
Ahnt nicht mehr des Lebens Wende
Und wer rettete bleibt Frage
Klebt voll Sand an sanfter Küste
Der Kahn ist weg, doch er ist da
Traumahnung an Meerfraubrüste
Und er liebt, die er nie sah
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