Es wurde gesprochen dereinst

Die Bücher müssen glühen

Und wenn du darüber weinst

Dann soll dir die Staatsmacht blühen

Denn die Staatsmacht die kennt genau

Den Hesse, den Brecht und Kafka

Wartet nur, ihr glaubt ihr seid schlau

Doch die Staatsmacht, ja die ist nah

So sollt ihr denn fröhlich brennen

Die Bücher, so werft sie hinauf

Die Autoren zu nennen

Verräter! nehmt den Tod in kauf

Schlagend und zischende Flammen

Ein Berg, gleich dem Himalaya

Wärmt euch die Herzen, die klammen

Ruhm, Ehre und Freiheit sind nah

Befreit die Herzen die klammen

Und füllt sie mit eisernem Mut

Alles verderbende Flammen

Die Glut, glaubt mir, die tut euch gut

So sprach dereinst ein kleiner Mann

Mit zackigen, stechenden Schritt

Und neben dem Kreuze den Kamm

Zu formen den pomadigen Schnitt

Auch der Schnurrbart saß immer korrekt

Kein Haar stand krumm, gar ungenau

Kein Haar das hätte geneckt

Ein gut patriotischer Bau

Es lauschten also die Massen

Der patriotischen Sau

Den Jud, den müssen wir schassen

Die Pomade, glaubt mir, macht schlau

Es lauschten also die Massen

Dem hässlich spuckenden Mund

Und fandens für gut zu hassen

Sie folgten der schwallenden Kund

Es glühten also die Berge

Und Hesse und Brecht und Kafka

fielen zum Opfer dem Zwerge

irgendwo im Himalaya

4. März 2009 Verfasst von Korbinian März | Gedichte | | 3 Kommentare