A Il Principe

 

Eine junge Demokratie wird sie genannt.

Viele Hürden galt es zu überwinden.

Millionen Menschen die mussten sich schinden,

Immer noch und weiter, sie bleiben unerkannt.

 

Über allem die Mauer, die schützende Hand,

Als verzierte Schönheit, die Taten scheinen

Grell und blendend, auf Hermes Götterbeinen,

Hinüber ins demokratische Abendland.

 

Auch der Rest der Welt wird wohlig warm gehalten

Mit Treibgut im Gepäck die Schlünde zu füllen,

Die Nimmersatten, wo Gestillte verwalten.

 

Il Principes Ideen und Gedankengut

Um in der Postmoderne zu verhüllen,

Des Eisenbetons jahrzehntelange Wut.

11. November 2009 Verfasst von Korbinian März | Gedichte | | Noch keine Kommentare

A la Fugitive

 

Aus ihren Köpfen und Herzen langsam weicht

Der uralte Schatz der menschlichen Mächte

Der letzte silberne Schimmer hinkend schleicht

Sich hinunter in tiefe Seelenschächte

 

Dort funkeln und leuchten, zart-dünne Blitze

Wahre menschliche Schönheit, Gebrechliche

Im Schatten der stählernen Lanzenspitze

Zu bleichem Nebel verkommen, Schwächliche

 

Nektarsüße Freudenblicke, sie weiden

Sich, Vergänglichste, an deinem bittren Tod

Der Mord, Treueste, lässt dich langsam leiden

 

Die Menschen schreiten über dich, o Bleiche

Achtlos hin, trotz kleiner Kostbarkeiten Not

Zurück, Flüchtige, bleibt nur deine Leiche

9. November 2009 Verfasst von Korbinian März | Gedichte | | Noch keine Kommentare

Le Monde

 

Qu’est-ce que le Monde, le Monde en tout Richesse

Qu’est-ce que le Monde, le Monde en tout l’Aisance

 

Seulement une Idée d’Esprits embrouillés

Seulement une Apparence vaniteuse et à l’Intérieur creuse

Un récipient des Rêves vides de toutes les Couleurs

L’Abattoir de la Rapacité, plein avec des Espaces sanglant

Une belle Maison au milieu des Ruines,

Dont Esclaves se servir seulement leurs-même

 

Dans notre Railleries infinie, c’est Ca que nous méritons,

C’est le salaire de tous nos Actes

 

Aller Esprit ! Toi, qui crains le Commerce, la Chimère des instincts

Regarde ! Au-dessus de la mer, de l’autre Côté, chez Espoir, de l’autre Côté, chez Amour

Plus vaste comme tous l’Eaux de tous les Mondes

Où rien de Douleur Terrestre ne doit être valable

Car pareille vérité Tu ne trouves pas ni dans la Guerre ni dans l’Argent

Ici, l’Artiste domine au-dessus de l’Héros

28. Oktober 2009 Verfasst von Korbinian März | Gedichte | | Noch keine Kommentare

Geschützt: Fokalisierung in Flauberts Hérodias – Thesenpapier zum Seminar

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26. Oktober 2009 Verfasst von Korbinian März | Romanistik allgemein | | Noch keine Kommentare

Zur populistischen Solidarisierung mit Weltanschauungen

Die derzeitige Popularität gegenüber dem Islam als Religion ist ein interessantes Phänomen. Viele begeben sich mittlerweile auf die Suche, ihr Glück in den Suren des Korans zu finden. Vor allem Menschen, die eigentlich einem abendländisch-christlichen Hintergrund entspringen. Auf Grund der politischen Ereignisse wie Irakkrieg, Afghanistankonflikt und dem prinzipiellen kulturellen Schwierigkeiten und Unterschiedlichkeiten zwischen Orient und Okzident, Islam und Christentum, solidarisieren sich Menschen mit der islamischen Religion und entwickeln verstärkte Sympathie.

Die Frage liegt nahe, weshalb gerade in den letzten Jahren die Sympathie so sehr gestiegen ist, viel mehr als in den fünf Jahrzehnten vorher, seit der Gründung der Bundesrepublik 1949. Was könnten also die Gründe dafür sein? Vermutlich gibt es mehrere Anhaltspunkte. Manch einer macht die Globalisierung und ihre ungerechten Auswüchse dafür verantwortlich, ein anderer die imperialistische Außenpolitik der USA und anderer westliche Nationen. Oft ist auch die North Atlantic Treaty Organization (NATO) ein beliebtes Ziel. Darüber zu lamentieren würde viele Seiten mit mehr oder weniger gerechtfertigter Polemik füllen. Diese Ansätze sind zu genüge behandelt worden.

Viel interessanter könnte nicht die Frage nach dem Warum, sondern nach dem „Was wäre wenn?“ sein. Stellen wir uns nämlich vor, die großen Weltanschauungen (ich nenne sie gezielt Weltanschauungen und nicht Religion) wären in vertauschten Rollen. Kulturell und ideologisch. Die geographische Ausrichtung ist in diesem Falle vermutlich nicht entscheiden. Stellen wir uns also vor, das Christentum nähme symbolisch die derzeitige Position des Islams ein und der Islam die Position des Christentums. Gehen wir also davon aus, dass wir seit etwa 2000 Jahren nicht christianisiert sondern islamisiert sind.

Die Historie lief exakt gleich bis ins Jahr 2009. Die spannende Frage wäre nun, würden wir uns in dieser Rolle genauso verhalten wie umgekehrt? Würden wir uns also nun mit dem Christentum solidarisieren und Abstand vom Islam nehmen? Beide Religionen stehen bekanntlich auf einem gleichen Sockel, basieren auf ähnlichen Ideen, berufen sich auf Monotheismus und so weiter. Es gibt grundsätzlich einige Parallelen. Ideologisch dürfte es also keine großen Schwierigkeiten geben. Würden wir uns also jetzt eine Bibel kaufen, anstatt eines Korans und die Unterdrückung des Christentums gegenüber dem Islam kritisieren?

Ich denke prinzipiell: Ja!. Wieso? Weil es nicht wirklich um die Religion und ihre Ideologie an sich geht, sondern vielmehr um eine sehr menschliche Reaktion, nämlich um das Phänomen des Gefühls von Ungerechtigkeit. Wir empfinden Dinge als ungerecht, weil sie mit unserem ethischen Verständnis auf Widerstand stoßen. Die Folge sind emotionelle Reaktionen die wiederum in Handlungen umgesetzt werden. Handlungen wie eben die Solidarisierung mit etwas, dass wir als besser empfinden, bedingt durch eine ungerechte Hintergrundsituation. Hierin erkennt man nun sehr gut, die Ambivalenz, Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit des Menschen. Dazu kommt natürlich eine gewisse latente Manipulation durch mediale Wirkung. Beispielsweise durch Bilder von Flüchtlingslagern, von weinenden Familien wenn mal wieder ein NATO Bombe nicht, wie behauptet, mit chirurgischer Präzision ein Talibanlager traf, sondern vielleicht ein Krankenhaus oder eine Schule. Die Bilder sprechen direkt unser Emotionen an, Empfindungen entstehen, Gefühle werden evoziert und selbstverständlich wird durch solche Erscheinungen die jeweilige Tat als unmenschlich, grausam, brutal etc. empfunden. Die Auswahl von Adjektiven dafür ist unbegrenzt.

In unserer Welt gibt es ein großes ungeschriebenes Gesetz: Gehe, stehe und handle den momentanen populären Themen entsprechend. Das Individuum einer Gesellschaft handelt also nach einem Mehrheitsprinzip. Irgendetwas ist gerade à la mode und die Mehrheit vereint sich dahinter. Das fängt bei ganz banalen Themen an, wie beispielsweise ipods. Es war nie so, dass diese Mp3-Player rein technisch gesehen um Längen besser waren/sind als die Konkurrenz von Sony, Creative oder Microsoft. Es war schlichtweg irgendwann hip und trendy einen ipod in möglichst ausgefallener Farbe zu besitzen. Es war ein Statussymbol. Es geht um das Herzeigen.

Natürlich kann jetzt nicht so einfach eine Verbindung zwischen einem ipod und einer Weltreligion gezogen werden. Aber es funktioniert zumindest teilweise nach demselben Prinzip. Der Islam fing irgendwann an interessant und anziehend auf die Menschen zu wirken. Eben aus dem geschilderten evoziertem Gefühl von ungerechter und unmenschlicher Behandlung. Abu Ghraib und Guantanamo setzten dem Ganzen nur noch eine eindeutige Spitze drauf.

Es ist selbstverständlich eine natürliche und gute Erscheinung, wenn man sich mit etwas beschäftigt das unter Gewalt, Willkür und Ungerechtigkeit zu leiden hat. Alles andere wäre seelenlos. Jeder klar denkende Mensch wird mit mir einer Meinung sein, wenn ich sage, dass es egal ist ob Menschen durch NATO Bomben oder durch Selbstmordanschläge sterben. Es ist jedes Mal schlecht, egal welche Ideologie oder Ideal dahinter steht. Jeder getroffene, unschuldige Mensch ist einer zu viel. Deswegen will ich auch keinerlei Position beziehen und schon gar nicht die zwei großen Religionen gegeneinander ausspielen oder die Solidarisierung mit dem Islam als etwas Schlechtes charakterisieren. Ich hoffe dass eines Tages alle Religionen auf dieser Welt es schaffen, friedlich in Koexistenz miteinander zusammen zu leben.

Allerdings würde ich mir auch mehr Objektivität in der Wahl seiner alltäglichen Launen wünschen und dazu appellieren, lieber mehr öffentlichen Diskurs zu führen. Gerne auch einen mit einer gewissen Leidenschaft geführten Diskurs, allerdings ohne Populismus.

Deswegen ist das erste Fazit, ja, läge eine Vertauschung der Religionen vor, so wäre jetzt die Solidarisierung mit dem Christentum vorhanden, da es prinzipiell leider etwas ganz anderes geht, nämlich populistische Solidarisierung. Ähnliches ist übrigens bei der derzeitigen Exit Strategie für Afghanistan zu sehen. Das zweite Fazit ist, nicht in eine allzu ambivalente und oberflächliche Weltanschauung abzurutschen. Eine leidenschaftliche, doch objektive Debatte könnte eine Lösung darstellen.

9. September 2009 Verfasst von Korbinian März | Essays | | 1 Kommentar

Warum die NATO zwingend in Afghanistan bleiben muss!

Quelle: Spiegel Online 8. September 2009    20:46Uhr    www.spiegel.de

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Die Nato steht wegen ihrer Angriffe in der Kritik, bei der Präsidentenwahl gab es Stimmbetrug, die Taliban erstarken. In dieser desolaten Situation fordern immer mehr Stimmen im Westen, Afghanistan sich selbst zu überlassen. Doch das wäre eine Katastrophe – für die ganze Welt, meint Hasnain Kazim, SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent in Islamabad.

Als die sowjetischen Truppen 1989 nach zehn verlustreichen Jahren aus Afghanistan abgezogen wurden, begann das Unheil: Die islamischen Krieger, damals noch Mudschahidin genannt, von Pakistan und den USA aufgebaute Widerstandskämpfer gegen die Rote Armee, wurden von Washington plötzlich alleingelassen. Die nützlichen Idioten hatten ihren Zweck erfüllt. Die Sowjets, böse Ungläubige für die einen, böse Kommunisten für die anderen, waren besiegt.

Was danach kam, ist eine hinlänglich bekannte Geschichte des Grauens: Afghanistan war zerstört, selbst gemäßigte Muslime fühlten sich verraten und verkauft. Unter den verschiedenen Strömungen der Mudschahidin brach ein Machtkampf aus, ab Mitte der neunziger Jahre eroberten die besonders radikalen Taliban, jetzt nur noch von Pakistan unterstützt, erst die Köpfe der Menschen und dann, als es zu spät war, sie noch aufzuhalten, fast das gesamte Land. Es war eine Zeit des Schreckens und der übelsten Form religiöser Machtausübung, öffentliche Hinrichtungen inklusive. Die USA lieferten als übermächtiger Feind die ideologische Rechtfertigung für den neuen „heiligen Krieg“, der in die Terrorangriffe am 11. September 2001 mündete und den „Krieg gegen den Terror“ provozierte.

Die Lage ist zum Verzweifeln

Wie kann man nach dieser historischen Erfahrung ernsthaft darüber sinnieren, Afghanistan erneut sich selbst zu überlassen? Wie kommt ein sonst so kluger Kolumnist wie Thomas L. Friedman dazu, aufgeschreckt durch die negative Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung über den Afghanistan-Einsatz in der „New York Times“ zu schreiben: „Dies ist ein viel größeres Vorhaben als das, wofür wir uns ursprünglich verpflichtet haben. Bevor wir ein neues Baby – Afghanistan – adoptieren, brauchen wir eine neue nationale Diskussion über dieses Projekt: Was wird es kosten, wie lange könnte es dauern, welche US-Interessen machen es erforderlich und, vor allem, wer beaufsichtigt die Strategie?“

Sicher, die Lage ist zum Verzweifeln: Die Taliban, kurz nach dem Einmarsch der USA im Dezember 2001 als besiegt geglaubt, gewinnen wieder mehr Einfluss. Täglich melden Kommandeure der Islamisten die Einnahme neuer Regionen, in diesem Jahr sind mehr Isaf-Soldaten gefallen als in den ersten drei Kriegsjahren zusammen. Und auch wenn die Uno behauptet, erfolgreich im Kampf gegen den Drogenanbau zu sein – die Taliban sitzen auf Opiumvorräten, mit denen sie noch viele Jahre ihren Dschihad finanzieren können.

Die Nato-Truppen stehen derweil wegen der wachsenden Zahl ziviler Opfer durch ihre Angriffe in der Kritik, neuerdings auch die Bundeswehr. Längst hält eine Mehrheit der Afghanen die westlichen Soldaten nicht mehr für Befreier, sondern für Besatzer. Das arrogante, ruppige Auftreten insbesondere der US-Soldaten trägt nicht gerade zum guten Ruf bei.

Wenig hilfreich war auch das Verhalten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung nach dem verheerenden Luftschlag gegen zwei gekaperte Tankwagen: Anstatt schnelle Hilfe für die Verletzten zuzusagen, bestritt er zunächst zivile Opfer. Erst nach erheblichem internationalen Druck räumte er kleinlaut ein, dass womöglich doch nicht nur Taliban getötet wurden – als käme es auf ein paar afghanische Zivilisten nicht an. Er bestärkte mit dieser unüberlegten Reaktion das vom Westen vermittelte Gefühl der Menschen, dass ein afghanisches Leben weniger wert ist als das eines westlichen Soldaten. So denkt man inzwischen, nach immer neuen Opfern durch US-Drohnen im Grenzgebiet, auch in Pakistan: Dem Westen sind wir egal, Hauptsache, wir nützen seinen Interessen.

Karzai hat Chance auf demokratische Legitimation verspielt

Die Präsidentenwahl in Afghanistan sollte, so hoffte man im Westen, ein neues Kapitel aufschlagen: Sie sollte eine demokratisch gewählte, allseits geachtete Leitfigur schaffen, die die ethnischen Gruppen versöhnt und die dem Land acht Jahre nach Kriegsbeginn endlich staatliche Strukturen verschafft. Aber wieso sollte das ausgerechnet Hamid Karzai, der jene acht Jahre lang versagt hat und den die Menschen für eine Marionette des Westens halten, jetzt gelingen? Weshalb sollten Hazaras, Tadschiken, Usbeken, Turkmenen auf der einen Seite, die übermächtigen Paschtunen auf der anderen sich plötzlich die Hände reichen? Karzai verspielte jede Chance auf echte demokratische Legitimation, indem er sich nicht nur von Drogen- und Kriegsfürsten unterstützen, sondern seine Anhänger bei Wahlfälschungen kräftig mitmischen ließ.

Es ist nicht viel, bei dem sich die Menschen in dieser unruhigen Weltgegend einig sind, aber darin schon: Das, was die Nato, allen voran der größte Truppensteller USA, aber auch die anderen, in Afghanistan bewirken, ist eine Katastrophe. Der Bau von Brunnen und Brücken, Schulen und Straßen wiegt nicht auf, was durch das „robuste Mandat“, wie es im Bundeswehrjargon heißt, angerichtet wird.

Verständlich, dass man in den westlichen Hauptstädten frustriert ist: Wozu das Leben von Soldaten aufs Spiel setzen, helfen, Milliardensummen ausgeben – wenn es einem niemand dankt? Warum versuchen, Demokratie zu etablieren, wenn Demokratie nicht gewollt wird? Und die einfachen Soldaten sind enttäuscht, da ihre Entbehrungen, ihre Leistungen, ihre Bereitschaft, den Kopf hinzuhalten, wenig bis gar nicht gewürdigt werden – nicht von den Einheimischen und immer mehr auch nicht von der Öffentlichkeit in der fernen Heimat. Die physischen wie psychischen Belastungen sind dagegen enorm.

2. Teil: Das Szenario: Afghanistan als Schauplatz eines asiatischen Machtkampfs

Doch was wäre die Folge eines übereilten Abzugs? Afghanistan würde in einen Bürgerkrieg gezogen, der sich durch das Einmischen und Taktieren der Nachbarstaaten über Jahre hinziehen könnte. Das Machtvakuum, das durch ein Verschwinden der Westmächte entstünde, würde rasch von ihnen gefüllt. Schon seit Jahren beobachtet man im nördlichen Gürtel Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im westlichen Nachbarland Iran und im östlichen Pakistan, aber auch in den regionalen Großmachtstaaten Indien und China das hilf- und strategielose Treiben des Westens in Afghanistan. Mit Erschrecken, aber auch mit Häme stellt man fest: Die Nato ist unfähig, das Problem in den Griff zu bekommen.

Afghanistan also würde, nach einem Abzug der westlichen Truppen, wieder in die alten Lager zerfallen: auf der einen Seite die Nordallianz, auf der anderen die Taliban. Turkmenen, Usbeken und Tadschiken würden wieder die Nordallianz bilden und stützen. Hilfe käme von Iran, dem einzigen Land mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit: Die gegnerischen Taliban, Sunniten wahabitischer Ausprägung und mit guten Verbindungen ins reiche Saudi-Arabien, halten Schiiten für Ungläubige. Indien, an einer Eindämmung des islamistischen Terrorismus interessiert, würde ebenfalls den Taliban-Gegnern helfen. China, nordöstlicher Nachbar Afghanistans, müsste sich als Rivale Indiens um Einflusssicherung in Zentralasien bemühen; eine Unterstützung der Taliban durch Peking wäre jedoch kaum denkbar. Und natürlich würde auch Russland, trotz seiner dunklen Vergangenheit in dem Land, wieder mitmischen wollen.

In allergrößten Schwierigkeiten aber befände sich die Atommacht Pakistan. Früher eifriger Unterstützer der Taliban, müsste Islamabad seine Politik neu definieren. Zur Nordallianz besteht schon immer ein schlechtes Verhältnis – aber die Taliban unterstützen, obwohl Pakistan selbst seit Jahren unter dem Terror von Selbstmordattentätern und Bombenlegern leidet? In der pakistanischen Bevölkerung fände dieser Kurs mit Sicherheit keine Unterstützung. Auch pakistanische Generäle und Sicherheitspolitiker betonen, ein Rückfall in alte Verhaltensmuster sei nicht denkbar. Aber wer weiß, wie schnell sich die Meinungen ändern, wenn Afghanistan zum Schauplatz eines asiatischen Machtkampfs wird? Aus ihrer Ratlosigkeit jedenfalls machen die Mächtigen in Pakistan kein Geheimnis: Allah behüte, dass die Nato einfach so verschwindet!

Abzug wäre Bankrotterklärung des Westens

Denn der Flüchtlingsstrom würde zunehmen, und schon jetzt ist Pakistan mit den Millionen Entwurzelten aus Afghanistan und weiteren Hunderttausenden Flüchtlingen innerhalb des eigenen Landes wegen der Militäroffensive gegen die Taliban am Rande dessen, was der Staat leisten kann. Zigtausende Menschen leben unter katastrophalen Bedingungen in Zeltstädten, ohne fließendes Wasser, ohne Strom.

Ein übereilter Abzug der Isaf-Truppen wäre, da sind sich auch deutsche Kenner der Region einig, eine Bankrotterklärung der Nato. Babak Khalatbari, Leiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Pakistan und Afghanistan, sähe darin eine Niederlage des Westens, Gregor Enste von der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung spricht von einer Kapitulation vor den Problemen des Landes.

Das Ziel, Afghanistan zu einen, wird wohl nicht gelingen. Zu fremd sind sich die Ethnien, zu verschieden sind die Interessen der politischen und religiösen Gruppierungen, zu unterschiedlich die wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen Bedingungen der Provinzen. Für die Menschen in Kunduz ist Kandahar eine fremde Welt, für die Menschen in Herat spielt Kabul keine Rolle.

Bisher hat die Nato noch keine Exit-Strategie formuliert. Mal fordern Politiker aus den beteiligten Staaten einen „baldigen Abzug“, um die Afghanen zu mehr Selbständigkeit zu zwingen, dann heißt es wieder, der Einsatz werde noch „mindestens zehn Jahre“ dauern. Gerade erst haben die Amerikaner doch eine Aufstockung der Truppen beschlossen. Und tatsächlich verlangen manche, man müsse kämpfen, „bis der letzte Taliban getötet ist“. Aber ist das möglich? Wer ist ein Taliban und wer nicht? Und sind die Milizen der Nordallianz wesentlich weniger radikal?

Wenn die USA ohne Bildung von staatlichen Minimalstrukturen, ohne eine geregelte Übergabe an die Afghanen und ohne Einbindung der Taliban, der Nordallianz, der Nachbarstaaten und der asiatischen Mächte im Rahmen einer Regionalkonferenz abziehen, würden sie ihren alten Fehler wiederholen. Oder um Friedman zu antworten: Das Baby muss adoptiert werden, koste es, was es wolle. Es auszusetzen, wäre eine historische Dummheit mit unabsehbaren Folgen für die ganze Welt.

8. September 2009 Verfasst von Korbinian März | 1 | | Noch keine Kommentare

Internship Mostar / Bosnia and Herzegovina 2009

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Die Anfänge

Die Anfänge liegen in Kroatien kurz nach dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Wie in jedem Krieg, wurden auch in diesem tausende Häuser, Schulen, öffentliche Einrichtungen, allgemein gesagt die Infrastruktur, zerstört. Es gab tausende Flüchtlinge, die jetzt, da ihre Häuser zerstört waren, nicht mehr in ihre Dörfer und Städte zurückkehren konnten. Deswegen wurde probiert, Flüchtlinge und Vertriebene in den vielen Hotels an der kroatischen Küste unter zu bringen. Doch dieser Zustand konnte nicht ewig andauern und man beschloss mit internationaler Hilfe den infrastrukturellen Wiederaufbau in Kroatien.

Die erste Phase war der Wiederaufbau der zerstörten Dörfer und Siedlungen, damit die Menschen dorthin zurückkehren konnte um ihrem alltäglichen Leben und Aufgaben nachzugehen. Swiss Humanitarian Aid (SHA) kümmerte sich damals um den Aufbau. Unterstützt, vor allem finanziell, wurde SHA von der United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) und der ODPA (Development Policy Analysis). Es sollte ein neues Leben ermöglicht werden.

Die zweite Phase bestand darin, Schulen wieder aufzubauen. Also den Bildungssektor mit Hilfe von Grundschulen zu gewährleisten.

In Bosnien und Herzegovina wurde ein ähnliches System probiert. Dazu kam, dass kaum eine Rechtsstaatlichkeit vorhanden war, sodass hier der Aufbau von Gerichtsgebäuden primär war. Anschließend kümmerte man sich ebenfalls um die Rückkehr der Flüchtlinge. Es wurden Häuser gebaut, vor allem mit der finanziellen Unterstützung durch UNHCR und der Schweizer Regierung.

Die Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie die Implementierung von Institutionen war in Bosnien und Herzegovina aber nicht so einfach wie in Kroatien. Das lag/liegt vor allem an den vorhanden drei Ethnien Kroaten, Serben und Bosniaken. Im Krieg kämpften im wesentlichen Kroaten und Bosniaken gegen die serbische Armee, wobei nicht nur die Serben sondern auch die Kroaten ein Stück von BiH haben wollten. Prinzipiell ging es lediglich um Landeroberung.

Nach dem Sieg der Amerikaner und der NATO (North Atlantic Treaty Organisation) über die serbische Armee, kam es zu Überlegungen was mit dem Gebiet BiH passieren sollte. Im Dayton Abkommen von 1995/96 wurde BiH nach seinen Ethnien in die Föderation und die Republik Srpska (Serbische Republik) geteilt.

Das Problem war, dass beide Seiten eigentlich als Siege darstehen wollten, um ihr Gesicht zu wahren, sodass das ursprüngliche Ziel, nämlich die Landeroberung indirekt doch von den beiden Parteien erreicht wurde. Denn BiH wurde in die Bosniakisch-kroatische Förderation und die Republika Srpska beteilt.

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Wesentliche Punkte des Dayton Abkommen waren:

  • Bosnien und Herzegowina, das sich 1992 für unabhängig von Jugoslawien erklärt hatte, bleibt als souveräner und ungeteilter Staat in den international anerkannten Grenzen bestehen.
  • Sarajevo bleibt Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina.
  • Bosnien und Herzegowina wird von Kroatien und von der Bundesrepublik Jugoslawien anerkannt.
  • Bosnien und Herzegowina, so der neue Name, setzt sich aus zwei Teilrepubliken (Entitäten) zusammen: der Republika Srpska (Serbische Republik) mit 49 % und der (bosniakisch-kroatischen) Föderation von Bosnien und Herzegowina mit 51 % des Territoriums.
  • Über die Zugehörigkeit des Brčko-Distrikts zu einer der beiden Teilrepubliken sollte erst später entschieden werden. (In der Zwischenzeit ist diese Entscheidung dahingehend gefallen, dass Brčko ein Kondominium zwischen beiden Teilrepubliken ist, tatsächlich untersteht der Distrikt jedoch der Zentralregierung bei lokaler Selbstverwaltung.)

Interessant ist nun, dass BiH zwar als eigenständiges Land anerkannt, es aber dennoch nach den Ethnien getrennt wurde, sodass eine gewisse Sympathie der Republik mit Serbien und der Föderation mit Kroatien vorlag.

Das die Ethnien damals feindselig gegeneinander standen, kann man vor allem gut anhand der Geldscheine sehen. So gab es über die jeweiligen Personenbilder auf den Scheinen Uneinigkeiten, in deren Folge man sich auf einen Kompromiss einigte: Zum einen wurden Geldscheine mit serbischen Persönlichkeiten gedruckt, zum anderen Geldscheine mit kroatischen bzw. bosnischen Persönlichkeiten. Glücklicherweise ist das Bild heutzutage aber vollkommen egal. Bereits ein, spätestens zwei Jahre nach Einführung war die Persönlichkeit nicht mehr wichtig und alle akzeptierten jeden Schein.

19. August 2009 Verfasst von Korbinian März | 1 | | Noch keine Kommentare

Geschützt: Fernando Pessoa – Das Buch der Unruhe 18.07.2009

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24. Juli 2009 Verfasst von Korbinian März | Schlüsseltexte der romanistischen Literatur SS 2009 | | Noch keine Kommentare

Vokabeln Sommersemester 2009 Cours de Société et…

Vokabeln SS 2009 Société…. 25.06.2009 Weiterlesen »

8. Juli 2009 Verfasst von Korbinian März | Romanistik allgemein | | Noch keine Kommentare

Geschützt: Charles Baudelaire – „Les Fleurs du Mal“ und anderes… 07.07.2009

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7. Juli 2009 Verfasst von Korbinian März | Schlüsseltexte der romanistischen Literatur SS 2009 | | Noch keine Kommentare